Die Schachfreunde Erkelenz waren am vergangenen Samstag Veranstalter eines
18-Stunden-Schach-Blitzturnier im Haus Hohenbusch, welches unter dem Titel "Schach
gehen Rechts" stand. Finanziell unterstützt wurde das Turnier von der Stadt
Erkelenz. Die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Erkelenz, Frau Honold-Ziegahn,
begrüßte die 34 aus ganz Nordrhein-Westfalen und München angereisten Teilnehmer sowie
die zahlreich erschienenen Zuschauer. Axel Schneider, teilnehmender Schachspieler aus
Hückelhoven, hatte im Vorfeld eine kleine Rede vorbereitet, die ebenfalls die
Geschehnisse des 11. September miteinbezogen. "Schach gegen Rechts" ist nämlich
ein Synonym für "gegen Fanatismus", "gegen Intoleranz", "gegen
Ignoranz". "Es bedarf nicht mehr als 32 Steine und ein Brett, zur Verständigung
von Menschen, gleich ob Moslem, Hindu oder Christ" waren Worte und Gedanken zur
aktuellen politischen Lage, die von allen anwesenden Schachspielern geteilt und mit viel
Applaus bedacht wurden. Um Punkt 16:30 Uhr ging es dann los. Die Schachspieler begannen
ihren Marathon, der bis Sonntagmorgen 10:30 Uhr dauerte. Insgesamt wurden in 1.674 Partien
53.568 Schachfiguren bewegt, die die Turnierleiter Detlef Schott und Hanfried Pannen vor
eine große Aufgabe stellten. Von beiden wurde die gleiche Konzentration abverlangt, wie
sie von allen Schachspielern während des Turniers aufgebracht werden mußte um das
Turnier durchzustehen. Es wurde zuerst doppelrundig jeder gegen jeden gespielt. Hierbei
trennte sich bereits früh die Spreu vom Weizen. Nach 66 Runden traten die besten Spieler
nochmals gegeneinander an um den Preisfond in Höhe von insgesamt 1.775 DM auszuspielen.
Sieger mit 5,5 Punkten Vorsprung wurde der für den FC Bayern München spielende Rudi
Volf, der ein Preisgeld in Höhe von 300 DM mitnehmen durfte. Die Überraschung des
Turniers kam aber aus den eigenen Reihen des Erkelenzer Schachclubs. Amir Rezasade, mit 16
Jahren einer der jüngsten Spieler, setzte reihenweise seine Gegner matt und konnte sich
auch gegen wesentlich spielstärkere Mitspieler durchsetzen. Ein zweiter Platz und 250 DM
Preisgeld waren die entsprechende Belohnung. Auch sein Bruder Mohammad glänzte mit einem
geteilten dritten Platz.
Alle Platzierungen mit Geldpreisen:
GRUPPE A
1. Rudi Volf, Bayern München (300 DM)
2. Amir Rezasade, SF Erkelenz (250 DM)
3/4. Mohammad Rezasade, SF Erkelenz und
Stefan Arndt, SG Ennepe Ruhr-Süd (jeweils 175 DM)
5. Horst Sinnwell, SG Fuhlenbrock (100 DM)
6. Axel Schneider, Turm Rurtal (75 DM)
7. Thomas Hofterheide, SF Kirchhellen (50 DM)
Gruppe B
1. Ulrich Hüstegge, SG Fuhlenbrock (150 DM)
2/3. Sascha Meis, SC Kevelaer und
Mekki Samraoui, SV Herzogenrath (jeweils 112,50 DM)
4/5. André Schmitten, SF Erkelenz und
Peter Gadja, SF Kirchhellen (jeweils 62,50 DM)
Sonderpreise DWZ
<1700 Ralf Bemba, Turm Rheydt (50 DM)
<1600 Igor Bocksberger, Turm Rurtal (50 DM)
<1500 Muhamed Kastrati, Turm Rheydt (50 DM)
Als Gesamtresümee steht für die Organisatoren Detlef
Schott und André Schmitten fest, dass dieses Turnier wohl nicht das letzte in der Region
gewesen ist, was sich neben dem Sport auch mit aktuellen Geschehnissen in der Gesellschaft
auseinandersetzt. Die Schachbretter werden aber für viele Teilnehmer einige Tage im
Schrank verschwinden, bevor an den kommenden Wochenenden in den Vereinen die Klingen
wieder gekreuzt werden. (AS)
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